Wie gut ist der Standort eines Geschäfts? Wie groß ist das Einzugsgebiet, welches sind die Kunden und ist das Geschäftsmodell angesichts der Lage überhaupt tragbar? Fragen wie diese können bei Untersuchungen mit Geographischen Informationssystemen (GIS) objektiv beantwortet werden. Dazu wird die räumliche Lage und das Verhalten von Konsumenten anhand verschiedener Annahmen simuliert. Anhand der gewonnenen Karten lassen sich eigene Marktchancen zusammen mit der Konkurrenzsituation objektiver erfassen. Die folgenden Karten zeigen am Beispiel der Erreichbarkeit von Lebensmittelläden (zur Fuß und mit dem Rad), welche Möglichkeiten eine derartigen Analyse bietet:

Beispiel:
Erreichbarkeit von Lebensmittelläden

Im Stadtgebiet von Tübingen gibt es viele Lebensmittelläden mit einem mehr oder weniger großen Einzugsgebiet. Während große Einkäufe meist am Wochenende mit dem Auto beim Supermarkt/Discounter am Stadtrand erledigt werden, muss ein Lebensmittelshop für die kleinen Besorgungen zwischendurch (= Güter des täglichen Bedarfs) zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar sein. Unter der Annahme gleicher Preise spielt hier die räumliche Lage eine entscheidende Rolle.

Ausgangslage: Lebensmittelshops in Tübingen

Im folgenden Slider werden Ausgangsdaten (Karte 1) und die Zwischenschritte bei der Berechnung gezeigt. Anhand des bestehenden Wegenetzes und der Topographie (Steigungen und Gefälle) wird der Aufwand (in m Wegeslänge) simuliert, den ein potentieller Kunde von seiner Wohnung bis zum nächstgelegenen Shop auf sich nehmen müsste. Der Kunde geht dabei zu Fuß oder benützt das Fahrrad. Mit zunehmender Steigung erhöht sich der Aufwand, so dass eine Steigung einem zusätzlichen Weg entspricht (Karte 2). Die Werte dieser Wegekarte werden dann in die Fläche interpoliert. Das Ergebnis bildet eine Karte, in der der Wegeaufwand für jede einzelne Wohnung bis zum nächstgelegenen Shop abgelesen werden kann (Karte 3).

 

Unter der Berücksichtigung des Wegeaufwands, der Bevölkerungsverteilung und der Annahme, dass ein potentieller Kunde nicht bereit ist, mehr als 1 km Wegstrecke für einen kleineren Einkauf auf sich zu nehmen, errechnet sich die folgende Karte zur “Potentiellen Kundenzahl des Ladens”. Sie zeigt die Einzugsgebiete und die potentielle Kundenzahl der jeweiligen Shops. Nicht abgedeckte Flächen sind entweder mehr als 1 km weit entfernt oder verhindern aufgrund starker Steigungen bzw. fehlender Strassen, dass ein Kunde den mühevollen Weg bis zum jeweiligen Shop auf sich nimmt. Unter diesen Voraussetzungen wären auch eventuelle Marketingausgaben in diesen Regionen sinnlos (Prospekte, etc.).

Ergebnis: Einzugsgebiete und potentielle Kundenzahl der Lebensmittelshops in Tübingen

Das vorliegende Beispiel zeigt exemplarisch die Marktchancen kleiner lokaler Lebensmittelshops für einen bestimmten Kundenkreis (= kleinere Besorgungen des täglichen Bedarfs von der eigenen Wohnung aus mit dem Rad oder zu Fuß). Werden andere Faktoren berücksichtigt, z.B. Laufkundschaft an stark frequentierten Plätzen oder Shops an Bushaltestellen, dann sehen die Einzugsgebiete unter Umständen ganz anders aus.

Um die Kosten so niedrig wie möglich zu halten, wurde das vorliegende Beispiel mit frei verfügbaren Geodaten berechnet, die aus den unterschiedlichsten Quellen stammen (OpenStreetMap, Vermessungsämter und nationale bzw. multinationale Organisationen). Weitere Informationen und Karten zu Geomarketing und Geosimulationen finden sich auf folgender Seite >>


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Geomarketing und Immobilien
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